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Volk im Wahn Lange galt in Deutschland das Diktum „Nie wieder!“ in der Nachfolge der Verbrechen des Zweiten Weltkrieges. Dabei ist „Nie wieder!“ nur die verkürzte Parole von „Nie wieder Krieg!“ oder „Nie wieder Auschwitz!“. Wobei letzteres ebenfalls die Parolisierung eines viel weitreichenderen Sinnzusammenhanges ist. In Erziehung nach Auschwitz schrieb Theodor Wiesengrund Adorno: „Jede Debatte über Erziehungsideale ist nichtig und gleichgültig diesem einen gegenüber, daß Auschwitz nicht sich wiederhole. Es…

cover das buch der fünf ringe

Das Buch der fünf Ringe Anaconda hat wirklich schöne Bücher im Programm. Aber dieses hier ist vollkommen absurd. Offensichtlich feiern irgendwelche gewaltaffinen Manager japanische Samurai ab, weil sie in die alten Texte ihre eigene menschenverachtende Lesart hineininterpretieren. Ganz so wie Musashi den Buddhismus verbiegt, damit er sein Tötungsgeschäft damit in Einklang bringen kann. Apropos Buddhismus, der kommt, ebenso wie der im Klappentext genannte Daoismus auf den ersten knapp 115 Seiten…

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Stalker Der Film Stalker des sowjetischen Regisseurs Andrei Tarkowski ist ein Kulturphänomen. Science-Fiction at it’s best. Ein ruhiger Erzählstil, eine besondere Bildästhetik, Spannung, die eher als Suspense denn mit der Drehbuchbrechstange daher kommt. Was nicht zuletzt daran liegt, dass die Brüder Strugatzki das Drehbuch für Tarkowski geschrieben haben. Dieses beruht wiederum lose auf ihrem Roman „Picknick am Wegesrand“. Und was läge da näher endlich einmal den Roman zusammen mit „Die…

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Wandlungskünstler Unser Garten ist weitestgehend ein Naturgarten. Mit Totholz, Büschen, Bäumen, Gräsern, vielen Wildblumen, einem kleinen Teich, zwei winzigen „Sandkästen“, einem selbstgebasteltem Bienenhotel, mehreren Vogelfutterstellen, einer großen Wasserschale und viele Kleinigkeiten mehr, die den Garten zu einem kleinen Biotop machen. Über 30 Vogelarten fühlen sich bei uns Wohl, dazu Igel, Eichhörnchen, Schnecken und vor allem unzählige Insekten, geradezu ein Paradies für die kleinen Wandlungskünstler. Ebenso wie die Spinnen sind Insekten…

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Horizonte Alexander Gerst und Lars Abromeit haben bereits bei dem Bildband 166 Tage im All zusammengearbeitet, einem Bildband zu den beiden ISS-Aufenthalten von „Astro-Alex“. Ein sehr schöner und interessanter Bildband mit einem nicht ganz unerheblichen Wermutstropfen. Damals schrieb ich, „dennoch, in ihrem nächsten Band ‚Horizons‘ muss da mehr kommen.“ Denn der Informationsgehalt von 166 Tage im All hielt sich doch arg in Grenzen. Klar ein prinzipielles Problem von Fotobänden. Nichtsdestotrotz…

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Herz der Finsternis Alle paar Jahre lese ich Joseph Conrads Herz der Finsternis. Für mich eines der herausragendsten Bücher aller Zeiten. Als Liebhaber von Francis Ford Coppolas Apocalypse Now ist das auch recht naheliegend. Mittlerweile habe ich so mehrere Übersetzungen kennen, aber nur eine schätzen gelernt. Die beste Übersetzung, oder vielleicht angemessener, die stimmungsvollste Übersetzung hat für mich Daniel Göske geleistet. Diese ist 1991 bei Reclam als klassisches kleines gelbes…

Cover China Der illustrierte Guide

China. Der illustrierte Guide Giulia Ziggiottis „China. Der illustrierte Guide.“ Lässt mich ziemlich zwiegespalten zurück. Und das liegt vor allem an der unklaren Zielgruppe. Der Verlag bewirbt es offensichtlich als Buch für Erwachsene: „Ob für eine kurze Reise auf dem Sofa oder gar einen längeren Auslandsaufenthalt – dieses anschauliche Buch ist ein Lesevergnügen für alle, die China noch besser kennenlernen möchten.“ Die Illustrationen sind zweifelsohne das Highlight des Guides und…

111 Gründe, China zu lieben China, das ist die chinesische Mauer, Kommunismus, Megacitys, Smog, Hightech, Stäbchen, Pagoden und vielleicht noch die verbotene Stadt. Je nach Interesse fallen einem sicher noch weitere Stereotype ein: Autos, Hochhäuser, Kung-Fu, Terrakottaarmee oder Mao. Vorurteile, Stereotype und in letzter Zeit wieder vermehrt unzählige Pejorative werden immer wieder im Zusammenhang mit China hervorgeholt. Dabei ist „das Reich der Mitte“ so viel mehr. 111 Gründe, China zu…

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All that’s left Vor einem knappen halben Jahr habe ich hier Sarah Raichs Kurzgeschichtensammlung „Dieses makellose Blau“ vorgestellt. Ein nachhaltig beeindruckendes und unbedingt lesenswertes Buch. Dementsprechend war ich auf das Romandebüt von Sarah Raich gespannt. Als ich das erste Mal davon hörte, dass „All that’s left“ eine Dystopie werden soll, war ich doch etwas überrascht. Dieses makellose Blau besticht mit einem brutalen Realismus. Wie verträgt sich das mit einem Genre,…