cover transport
Science Fiction:
Phillip P. Peterson
Preis:
9,99 €

Rezension von
Bewertung:
4

Auf einen Blick:

Gute Independent SciFi Unterhaltung

Transport

Ich hatte von Phillip P. Peterson zuerst Paradox gelesen und mir dann aufgrund der überborden positiven Bewertungen seinen Roman Transport besorgt. Eine andere Reihenfolge wäre vermutlich besser gewesen, aber sei’s drum. Für Self-Publishing Literatur bedarf es einfach eines angepassten Bewertungssystems. Denn würde man Peterson an den Kriterien des professionellen Buchmarktes messen, so würde die Bewertung eher negativ ausfallen. Angesichts dessen, dass es aber kein professionelles Lektorat gibt und Peterson seine Visionen im Alleingang durchsetzt, ist eine nachsichtigere Bewertung angemessen. Kurz: man erhält mit Transport eine spannende Science Fiction Unterhaltung, deren Stil allerdings eher an B-Movies erinnert. Die berauschenden Bewertungen auf bekannten Portalen kann ich allerdings nicht nachvollziehen.

„‚Stargate‘ meets ‚Die Fliege‘ meets ‚Das dreckige Dutzend‘ – ein ungewöhnlicher und spannender Science-Fiction-Roman von einem deutschen Newcomer.“ (Eigenwerbung des Autors)

Und damit wäre das Grundproblem auch präzise umrissen. Das Buch liest sich wie eine Zusammenschau unterschiedlicher Science Fiction Trash Movies. Was als Film noch funktionieren kann, ist als Literatur allerdings eher unter- denn außerirdisch. Die Charaktere sind grauenhaft schlicht und stereotyp. Man fühlt sich unwillkürlich in einen Fast and Furious Film versetzt oder eben in „Das dreckige Dutzend“. Wo der Film verdichten will und muss, hat das Medium Buch aber die Möglichkeit einen Charakter weitaus differenzierter darzustellen. Dieses Potenzial wird hier überhaupt nicht genutzt. Alles ist sehr männlich-nerdig. Die Charaktere verblassen völlig, der Spannungsmotor sind nicht die Menschen, sondern der Plot. Der wiederum ist tatsächlich spannend.

Allerdings ist auch die Geschichte für Science Fiction Fans eben keine Neuerung. Das Grundthema ist von Stargate reichlich durchdekliniert. Lediglich die Variationen erinnern ein wenig an eine Mischung aus SAW oder Final Destination, also wie „spektakulär“ stirbt jemand. Mich kann so etwas nicht begeistern. Und zu guter Letzt, ähneln sich dann auch noch einige Motive aus Paradox und Transport, so dass selbst der innovative Aspekt verloren geht.

Was bleibt?

Trotzdem hat mich Transport gut unterhalten und in Anbetracht des Indie-Selfpublishing bin ich auch gewillt, positiver zu bewerten. Prinzipiell kann Peterson gut schreiben. Es ist ein lockerer Stil, der den Hard-SF Anteil gefällig integriert. Zu keinem Zeitpunkt fühlt man sich als nicht Astrophysiker oder Raketenwissenschaftler überfordert. Der Spaß steht klar im Mittelpunkt. Und das ist auch gut so und rettet den Roman. Hat man sich erst einmal darauf eingelassen, dass man hier Unterhaltungsliteratur bekommt – geliefert wie bestellt – dann steht dem Lesevergnügen auch nichts mehr im Weg. Überraschungen sind angesichts der oben beschriebenen Vorbilder oder Anleihen allerdings nicht zu erwarten. Wobei das auch nicht ganz stimmt. Das Ende reißt es schon ein wenig raus und macht vor allem neugierig auf die Fortsetzungen.

Und wenn Peterson noch mehr an seinen Charakteren feilt, dann versprechen seine künftigen Romane ebenfalls beste Unterhaltung. Auch wenn es bei Paradox immer noch den ein oder anderen Ausrutscher gibt. In Anbetracht dessen, das Transport das Debüt von Peterson ist, kann man durchaus getrost zugreifen. Gute Unterhaltung, vorausgesetzt man kann sich mit Stereotypen anfreunden und mag auch mal Science Fiction B-Movies.

 

Mehr Informationen zum Buch, zum Autor und zu weiteren Hintergründen und spannenden Themen gibt es auf der Webseite von Phillip P. Peterson: Raumvektor.

 

Phillip P. Peterson
Transport

Taschenbuch
300 Seiten
Verlag: Books on Demand
Preis: 9,99 €
ISBN-13: 978-3842330610